Hallo, ich bin die Sandra, ich fahre gern Auto, und ich schreibe darüber…” Klingt ein bisschen, wie die Vorstellung im Stuhlkreis der Selbsthilfegruppe “Anonyme Autoblogger”, wo man verschämt etwas über seine Sucht, oder in diesem Fall sein Interesse preis gibt. Dabei ist Autofahren nicht nur gesellschaftsfähig, sondern – zumindest in weiten Teilen – gesellschaftsnötig. Trotzdem befinden sich jene, die über Autos schreiben, seit dem Dieselgate in einer Sinnkrise. Gründerszene– und Welt-Autor Don Dahlmann hat bei Mobile Geeks den autohub-Gründer Bjoern Habegger und mich zum Autoblogger-Podcast mit Nabelschau geladen.

Anlass dazu war Dons jüngst auf Facebook geäußerter Unmut über das angeknackste Verhältnis zwischen Automobilindustrie und Autojournalisten. Natürlich ist es ein wenig naiv zu glauben, dass die PR-Abteilung eines Unternehmens auf einer Vorstellung eines Produkts auch seine ganzen Nachteile aufführt – und auch gleich erzählt, dass die ganzen Emissionswerte geschönt sind.

Das ist noch nie passiert und wird auch nie passieren, und hey: Jeder weiß, dass die von Herstellern angegebenen Verbrauchswerte immer schon unter absolut optimalen Bedingungen ermittelt wurden. Und dass ein Auto im Alltag immer schon mehr verbraucht hat und auch gar nichts anderes möglich ist.

Noch ein Diesel? Irgendwie ungut…

Dennoch fühlt man sich als Journalist und Blogger durchaus auch irgendwie ungut, wenn einem auch nach dem Skandal immer neue Autos mit Dieselmotoren vorgestellt werden. Denn auch wenn die Ingenieure bei der Fahrzeugvorstellung supernett sind und mit großer Wahrscheinlichkeit in den letzten drei Jahren seit dem Aufdecken der Dieselaffäre besonders intensiv an ihrer Motoren gearbeitet haben, damit sie uns diese mit reinem Gewissen anpreisen können, so bleibt doch immer noch die Unsicherheit: Ist er jetzt sauber, oder nicht? Können wir dieses Auto guten Gewissens unseren Lesern empfehlen?

Und überhaupt: Ist das überhaupt noch richtig, Fahrzeuge anzupreisen, die langfristig aus unserer Umwelt verschwinden und nachhaltigen Mobilitätslösungen weichen müssen?

Erst zuhören, dann mitreden

Über dieses Thema haben wir also bei Mobile Geeks in kleiner Bloggerrunde gesprochen. Viel zu kurz natürlich, aber Ihr könnt Euch gern auch noch in die Diskussion einbringen. Am besten direkt unter dem Beitrag von Don, damit wir einen zentralen Ort für diese Diskussion haben.