Ladies, diesen Audi Q3 beschreibe ich für Euch. Klar, es gibt auch Damen, die SUVs aus mir unerfindlichen Gründen tiefer legen und anderen Tuning-Spökes damit veranstalten. Aber ich spreche hier die Frauen an, die ein bereits cooles Auto nicht kaputt tunen wollen, und die auf Pragmatismus bei aller Chicness nicht verzichten möchten. Also bitte, hier ist er, der neue Q3. Ideal als Begleitfahrzeug für die Zeitspanne vom Single-Leben bis zum ersten Baby. Ein Auto für Frauen. Aber keins von diesen … “Frauenautos.”

“Frauenauto” – das ist so ein Begriff, den ich aus tiefsten Herzen hasse, denn er ist gefüllt mit jedem dummen Klischee rund um Frauen und Autos, das mich seit Jahrzehnten ärgert. Eins dieser “Frauenautos” und der Rahmen auf der IAA, in dem es ausgestellt wurde, war 2013 Anlass für meinen Rant an die männerfokussierte Autoindustrie. Hier mal zur Erinnerung:

Frauen auf der IAA?!

“Frauenauto” in der “LadiesCorner” auf der IAA 2013 – Is klar, ne?
Gegenüber war die KidsCorner… Foto: Robert Basic

Das “Frauenauto” – Synonym für die kleine Einkaufskugel, mit der auch “Damen mit zu geringer Kilometerleistung” und “in ihrer Hilflosigkeit gegenüber der Technik” zurechtkommen können. Wer – wie ich – in den 1980er Jahren verkehrserzogen wurde, weiß woher ich diese Formulierungen habe: Die doch häufig sonst sehr hilfreiche Verkehrserziehungssendung Der 7. Sinn konnte sich ihre Klischee-Ergüsse fast 40 Jahre lang nicht verkneifen – und sorgte so leider nachhaltig für ein sehr schräges Bild von “Frauen am Steuer”. Ein Bild, mit dem ich mich nie identifizieren konnte.

Für mich gibt es also keine “Frauenautos”, für mich gibt es Autos für verschiedene Lebenssituationen. Zum Einkaufen in der überfüllten City brauche ich keinen Pick-Up, Kinder würde ich heute nicht mehr in einer Ente transportieren wollen, und wenn ich es eilig habe brauche ich ein Auto mit Wumms, das schnell unterwegs ist und sicher auf der Straße liegt.

Audi Q3 als Auto für ein paar Lebensphasen

Warum betone ich nun hier die Frauentauglichkeit, wenn der Q3 doch auch männertauglich ist? Weil Frauen und Autos anders sind 😉

Starten wir also mal irgendwann in der Single-Zeit in einem der ersten Jobs. Ja, na klar, es muss schon einer der besser bezahlten Jobs sein, oder ein Eltern-Sponsoring, immerhin beginnt der Einstiegspreis des Audi Q3 bei 33.500 Euro. Aber dafür kann der zweitkleinste Audi-SUV einen auch ein bis zwei Lebensphasen lang begleiten. Theoretisch, zumindest. Er ist nämlich ziemlich flexibel und anpassbar.

Der Kofferraum bietet erst mal 530 Liter Laderaumvolumen, aber da geht noch was ohne Umklappen der Sitze: Wir können nämlich die gesamte Rücksitzbank nach vorn verschieben, und dann stehen gleich 675 Liter zur Verfügung. Mit umgeklappten Rücksitzbank nimmt er dann  1.525 Liter auf. Das sieht dann ungefähr so aus:

Audi Q3 Ladekonzept mit verstellbarer Rückbank

Audi Q3 Ladekonzept mit verstellbarer Rückbank

Phase 1: Die Nomadenphase

Ich erinnere mich an vier Umzüge innerhalb eines Jahres Anfang der Neunziger von Düsseldorf nach Chemnitz, drei Monate später nach Leipzig, ein halbes Jahr später weiter nach Dresden und dann wieder zurück nach Düsseldorf. Auf dem Hinweg hatte ich meinen kleinen Koffer und meine Kameratasche einfach in den Kofferraum geschmissen, dafür war auch in meinem Corsa genug Platz. In den drei Monaten Chemnitz hatte sich bereits die eine oder andere Tasche dazu gesellt (Ich bin öfter mal nach Hause zu Mama  gefahren und hab jedesmal neue Klamotten eingepackt. In Chemnitz gabs ja damals noch nix). Da wäre die nach vorn verschiebbare Rücksitzbank zur Kofferraumvergrößerung schon sehr praktisch gewesen.

In Leipzig hatte ich ein paar kleine Möbelstücke auf dem Flohmarkt ergattert, auch wenn ich während meiner Sachsen-Rundreise überall möbliert gewohnt habe. Die hätte ich im Q3 mit umgeklappter Rücksitzbank wohl untergebracht. Damals musste ich mich von schnell liebgewonnenen Schätzchen trennen.

Und als ich dann nach einem Jahr zurück von Dresden aus nach Hause startete, mussten auch meine Wellensittiche in ihrem überdimensionierten Vogelkäfig in Sachsen bleiben. Die hatten einfach nicht mehr in den kleinen Corsa gepasst. Die Nachbarn haben sich dann ihrer angenommen.

Audi Q3 3D Top View

360°-Rundum-Blick dank der vier Außenkameras – Da kann einem auch das vollgepackte Auto egal sein.

Doch so rollte ich mit einem bis unters Dach vollgepackten Corsa wieder gen Westen, und ich hatte Mühe zu schalten. Besonders hilfreich wäre dann auch dieser 3D-Top-View gewesen, denn ich konnte damals nicht mal mehr den rechten Rückspiegel sehen, geschweige denn hinten rausgucken.

Ja, damals, da wäre so ein Q3 schon ganz schön passend gewesen. (Wehe jetzt schreibt einer, dass ich den auch voll bekommen hätte…)

 

Phase 2: Die Pärchenphase

In der Pärchenphase macht sich so ein variables Auto natürlich auch gut. Nicht nur, weil man für Liebesreisen genügend Platz für Gepäck hat, nein. Wenn man sich irgendwo in Belgien nach einer regennassen und anstrengenden Kanutour in reißenden Gewässern erst mal ausruhen möchte, dann Audi Q3kann man sich auch notfalls mal in so einem Laderaum zusammenkuscheln – statt auf der Rückbank eines Ford Fiestas, damals… Okay, wenn man nicht allzu groß und schwer ist, klar.

Auch für gemeinsames Wohnungseinrichten ist so ein kleiner SUV schon durchaus hilfreich. Einkäufe für Einweihungsparties mit vielen Getränkekisten sind damit ebensowenig ein Problem. Wieviel Standard-Umzugskisten reinpassen, müsste ich erst mal testen (ich bin Meisterin im Umzugskistenverstauen in JEDEM Auto. In Südtirol beim Testfahren hatte ich aber leider keine zur Hand).

Phase 3: Die Babyphase

Ja, irgendwann passiert es, statistisch gesehen so 1,2 mal pro Frau in Deutschland: Ein Kind fährt mit. Auch für diesen möglichen Fall wäre der Q3 immer noch bestens ausgerüstet, nicht nur mit Isofix-Halterungen, auch mit Audis i-Size-Babyschalen mit eigenem Rückspiegel (klar, das ist optionales Zubehör). Das ist nämlich das ewige Dilemma autofahrender Jungmütter: Baby liegt wegen der Sicherheit in der in Fahrtrichtung rückwärts gerichteten Babyschale – und schreit, hustet, spuckt oder macht andere merkwürdige Geräusche. Während die meisten Väter erfahrungsgemäß gelassener bleiben und erst mal schauen, wo man notfalls ranfahren kann, hat die Natur es leider so eingerichtet, dass die meisten Mütter beim kleinsten Babymucksen durch die Hormonprogrammierung einen Panikschub oder einen Milcheinschuss durchmachen, oder beides. Nein, das ist kein Klischee. Ja, das passiert auch mal den coolsten Frauen. Zur Beruhigung: Das passiert nur bei den eigenen Kindern.

Ein schneller Blick in den Rückspiegel bringt normalerweise nichts, weil das Baby darin einfach nicht zu sehen ist. Hier hat Audi sich was ausgedacht: Den Rück-Rück-Spiegel. Richtig eingerichtet kann der zumindest dafür sorgen, dass der Adrenalinspiegel der Fahrerin wieder runter fährt, weil sie zumindest einen Blick auf Babys Gesicht erhaschen konnte. Dann sieht sie zwar, dass es immer noch schreit, aber zumindest kann sie dann auch sicher sein, dass das Kind sich nicht gerade im Nuckituch stranguliert oder im Erbrochenen erstickt, und dass es noch eine gesunde Gesichtsfarbe hat.

Audi Q3 Kindersitz Rückspiegel

So sieht das dann etwa im eigenen Rückspiegel aus

Theoretisch wäre der Q3 sogar bis zu zwei Kindern tauglich, aber hey, ich hatte schon in einem Volvo-Kombi mit deutlich mehr Kofferraum Probleme, Kinderwagen UND Buggy unterzubringen, UND die beiden Kinder, ihren Vater und unser eigenes Gepäck oder Einkäufe. An dieser Stelle würde ich also auf einen Avant oder gleich einen Audi Q8 umsteigen 😉

Diese Sache mit der Nachhaltigkeit

Ja, eigentlich würde ich Euch dieses Auto gern von Herzen gleich für ein bis zwei Lebensphasen empfehlen. Er macht Spaß, fährt sich gut und locker, sieht – wie ich finde – wirklich klasse aus. Ich könnte mich nicht zwischen chronosgrau, turboblau oder pulsorange entscheiden.

Das Interieur ist mit seinen Alcantara-Applikationen und seinen Rahmen und Linien sehr chic und edel, und fühlt sich toll an. Es gibt etliche Farbkombinationen, mit denen man sich sein eigenes, lebensphasenbegleitendes Auto sehr individuell gestalten kann.

Auf Wunsch gibt des den Q3 mit Sportfahrwerk, Räder von 17 bis 20 Zoll Durchmesser, Infotainment und mit Audi Connect, LTW Advanced und WLAN-Hotspot, Google-Earth-Navi, und und und…

…und TFSI- und TDI-Motoren. Klar, mit Partikelfilter beim TFSI, wahlweise mit 150 oder 230 PS, 7-Gang-S-tronic und (gibt aber auch noch was zum Selbstschalten). Tja, und da weiß ich halt gerade nicht, was ich Euch da empfehlen soll.

Als vor drei Jahren der Dieselskandal ans Licht kam, da dachte ich noch, dass sie das ganz schnell wieder hinbiegen und wir bald nicht mehr darüber reden werden. Inzwischen sitzt jemand vom Vorstand in U-Haft und es ist bekannt, dass bereits 2009 an der Software gedreht wurde.

Inzwischen werden auch immer mehr Diesel-Fahrverbote ausgesprochen, das Chaos gerade ist groß, und ich kann Euch beim besten Willen nicht sagen, wie lange ein Q3 Euch tatsächlich durch einige Lebensphasen begleiten kann, weil gerade einfach nichts wirklich sicher ist.

Wenn ich mir jetzt ein Auto zulegen müsste, ich würde etwas billiges gebrauchtes kaufen. Und ein bisschen abwarten, wie sich das alles weiterentwickelt. Und vielleicht würde es dann ein Fahrzeug mit einem alternativen Antrieb werden…

Trotzdem hier noch einige Eindrücke von dem an sich sehr ansehnlichen Audi Q3. In bester Hoffnung, dass alles einen für alle Beteiligten guten Weg nimmt und bald Klarheit im Dieselgate herrscht. Denn was wir bei allem Dieselgate-Hype nicht vergessen sollte:
Die deutschen Hersteller bauen trotz allem immer noch die saubersten Autos, siehe ADAC 2017.

Interview mit Produkt-Marketing-Managerin Giulia Panagini über den Audi Q3 und ihre Arbeit bei Audi

Giulia Panagini ist Produkt-Marketing-Managerin des Audi Q3 und arbeitet seit vier Jahren bei Audi. Im WoW-Podcast fahren wir durch die kurvenreichen Südtiroler Straßen rund um St. Andrä. Und die Italienerin erzählt über ihre Arbeit mit den männlichen Kollegen in der Audi-Technik, über die Entwicklung des Q3 und darüber, wie es ist, wenn man den Eltern jahrelang nicht zeigen darf, woran man arbeitet.

Weiterführende Links

Der Autotester

Jan Weizenecker erzählt hier einmal im Video etwas über den 35 TDI Quattro, und er erklärt unter anderem am chronosgrauen Audi Q3 das S-Line- und das Black-Paket.
Und hier gibt es einen eigenen Beitrag über den 45 TFSI-Quattro, ebenfalls im Video.

Robert Basic

Robert hat hier das Cockpit, und insbesondere das Virtual Cockpit, das Multifunktionslenkrad und den Top View im Video genau erklärt.

Blogrebellen

Peter Withoutfield hat sich auf IGTV das Soundsystem von Bang & Olufsen im Audi Q3 vorgenommen und ist ziemlich begeistert.