Sorry, es hat was gedauert! Ich schulde Euch einen Artikel aus der Wüste und vor allem die Fotos, denn ich hab sie ja schon angekündigt, hier in meinem Foto-Blog, 97 Stunden: Einmal Atacama und zurück. Ein Reisetagebuch, Teil 1. Aber ich hab mir gedacht, ich sollte dem ganzen einen neuen Rahmen geben. In den letzten Jahren habe ich schon einige Fotos und einige Geschichten rund um Autos angesammelt, die ich bisher als Gast-Bloggerin und Gast-Fotografin über andere Blogs verteilt habe. Weil es ja schon so viele Auto-Blogs gibt. Warum sollte ich nun noch eins aufmachen?

Nun, irgendwie gibt es immer noch kein Blog, das auch Frauen anspricht. Ein Blog ohne unendliche Tiefen in die Technik, aber auch ohne Heels und ChiChi. Sondern einfach mit Geschichten mit und um Autos herum. Weil Frauen anders sind.

Frauen und Autos sind anders. Männer auch.

Ein Beispiel: Frage ich Männer nach ihrem ersten Auto, dann erzählen sie mir meist, was für eine tolle Karre das war, und was sie alles dran getuned und geschraubt haben, und was für ein meeega Soundsystem sie eingebaut haben. Und die Bässe, ey, die Bässe!

Frage ich Frauen nach ihrem ersten Auto, dann erzählen sie mir eher, was sie mit ihrem Auto erlebt haben. Durch welche Lebensphasen es sie kutschiert hat, wieviel Umzüge sie damit bewältigt haben, welche Kerle sie hier raus geworfen haben, und wie es war, als sie sich nach allem Erlebten von diesem Auto trennen mussten. Ganz wunderbar hat zum Beispiel Carline davon erzählt. Hachz. So schön. So traurig. So liebevoll.

Spannende Frauen mit digitalen Themen

Meine zweite Leidenschaft ist das Thema Digitalisierung. Was können wir erwarten? Auf was können wir uns freuen? Was können wir mitgestalten – und sollten wir auch? Was wird sich ändern? Auf was sollten wir achten? Und – was macht das alles eigentlich mit uns?

Ich finde, wir leben in einer wahnsinnig spannenden Zeit. Ich komme aus der Generation, die Videos noch in der Videothek ausgeliehen hat und pünktlich zurück bringen musste. Und die DM 1,- Strafe bezahlen musste, wenn er nicht zurückgespult war. Ich komme aus einer Zeit, wo ich noch selbst am Motor schrauben (oder auf dem Anlasser rumhämmern…) konnte, und wo es keine Schnittstellen für die Fehlersuche gab. Fototermine für meine Redaktion musste ich von unterwegs aus einer Telefonzelle abfragen. Ich bin sogar in Autos groß geworden, die weder Airbag noch Sicherheitsgurt hatten!

Atemberaubende Entwicklung – auch kulturell

Was sich – gefühlt für mich, seit Mitte der Neunziger das Internet die breite Bevölkerung erreicht hat – in den letzten Jahrzehnten technisch und auch kulturell entwickelt  hat, ist geradezu atemberaubend und manchmal auch beängstigend. Wenn wir darüber nachdenken, dass vor 100 Jahren gerade mal 10% der deutschen Haushalte mit elektrischem Licht versorgt waren waren, und die Glühbirne da schon fast 30 Jahre gebraucht hatte, um von den Menschen nicht mehr als gemeingefährliches gesundheitsgefährdendes Teufelswerk angesehen zu werden, dann müssen wir uns nicht darüber wundern, dass Menschen auch vor dieser neuen Digitalisierung Angst haben und ihr misstrauisch begegnen.

Seid mutig! Seid kreativ! Seid herzlich!

Sind wir mutig genug, um die digitale Gestaltung unserer Welt mit dem Herzen in der Hand voran zu treiben? Oder warten wir lieber ab, mit ängstlich aufgerissenen Augen und bangen Ahnungen, ob sie nicht vielleicht doch wieder weg geht. So wie manche dachten, dass das Internet auch wieder weg gehen und keine Rolle in unserer Gesellschaft spielen wird.

Das möchte ich erfahren und darüber mit Frauen reden, die mitgestalten – und die wissen, warum! Ich möchte mit Frauen reden, die Autos bauen und mit Frauen reden, die Digitalisierung gestalten. Und in einer Zeit, in der sich Städte verändern werden, weil Autos mit Ampeln “sprechen”, in einer Zeit, wo wir uns auf der Schwelle zum autonomen Fahren bewegen und über völlig neue Verkehrskonzepte nachdenken müssen, wenn wir individuell mobil bleiben möchten, passen diese Themen ganz hervorragend zusammen. Finde ich.

Dieses Blog wird sich also um Autos und um Technik, vor allem aber um Geschichten von und mit Frauen drehen. Geschichten, die es ohne unseren Wunsch nach individueller Mobilität – real und digital –  so nicht geben würde. Ganz wie diese Geschichte hier, aus der chilenischen Wüste, die ich Euch nun endlich erzählen werde.

P.S.: Und erstmal sammle ich ich hier so nach und nach alle meine bisherigen Autogeschichten zusammen, so wie diese, mit der meine Autobloggerei ihren Anfang nahm. Ergo wird sich das Menü noch um einige Themen und vor allem auch Hersteller erweitern.