Audi Q8 an der Laguna Inka Coya

97 Stunden: Einmal Atacama und zurück. Ein Reisetagebuch mit dem Audi Q8. Teil 2

Nun bin ich also angekommen. Nach fast 32 Stunden. Mit beiden Kameras. Ohne Klamotten. Die sind noch unterwegs, irgendwo auf diesen 11.341 Kilometern zwischen Niendorf an der Stecknitz in Schleswig-Holstein und San Pedro de Atacama in der chilenischen Wüste. Nach der abendlichen Fahrt vom Flughafen Calama ins Hotel steht noch ganz viel Input der Ingenieure und Designer des neuen Audi Q8 auf dem Programm. Und tolle Gespräche. Und ein vorzügliches Essen. Gegen vier Uhr Nachts deutscher Zeit falle ich endlich ins Bett. Ortszeit ist allerdings erst 22 Uhr. Immerhin viel Zeit zum Schlafen, um für den Trip am nächsten Tag leidlich ausgeruht zu sein.

Um halb sieben klingelt der Wecker, um sieben gibt es Frühstück, und dann bereitet unsere Truppe den SUV-Konvoi für den Tagestrip in die Atacama-Wüste vor. Jeder bekommt seine Flasche mit Wasser ins Reisegepäck, denn das ist einer der Tipps, die uns dringend ans Herz gelegt werden: San Pedro de Atacama liegt bereits auf 2.450 Höhenmetern, und unser höchstgelegenes Ziel an diesem Tag soll auf 4.600 Höhenmetern liegen. Viel trinken soll gegen die Höhenkrankheit helfen, die bei dafür anfälligen Menschen bereits auf 2.500 Metern einschlagen kann. Noch geht es mir aber prima, und ich inspiziere neugierig unsere Fahrzeuge.

Ich starte heute in einem weißen Audi Q8 55 TFSI. Über diese Motorisierung frohlocke ich still, ich würde nur ein itzibitzikleinesbisschen lieber die Version in Daytona-Grau nehmen. Einfach, weil die in dieser Kulisse das richtige Mad-Max-Feeling bieten würde. Das Weiß wirkt fast zu unschuldig für das kraftstrotzende Wüstenschiff mit 340 Pferdestärken.

Start durch San Pedro de Atacama

Die Straßen der Oase San Pedro de Atacama sind unbefestigt und staubig. Neben Fahrrädern in  zum Teil abenteuerlichen Zuständen scheinen Pick-Ups hier das Verkehrsmittel der Wahl zu sein. Ab und an begegnet uns auch ein alter VW-Bus. Und Hunde. Unendlich viele Hunde. Es sind Straßenhunde, von denen zwar viele irgendwo hin gehören, die aber in ganzen Rudeln gemeinsam mit den Straßenhunden durch San Pedro streifen, die von ihren einstigen Besitzern zurück gelassen wurden. Manchmal nach nur einer Saison, in der sie im Touristendorf gejobbt haben, und die Wüste dann wieder über Calama verlassen haben. Mir bricht dieser Gedanke das Herz. Doch die meisten Hunde sehen wohlgenährt und entspannt aus. Touristen und Restaurantleute scheinen die Tiere gut zu versorgen.

Wüste und Weite

Kaum haben wir den Ort verlassen, liegt wieder Weite vor uns. Unendliche Weite, am Horizont gesäumt von Vulkanen und Bergen. Wir haben einen schönen Tag erwischt. Drei Wochen vorher hatten Sandstürme die Arbeit des Audi-Teams erschwert und die Überquerung verschneiter Pässe unmöglich gemacht. Uns begleiten heute Sonnenschein und Alpaka-Wolken, und in der Ebene genießen wir Europäer angenehme Temperaturen um 20° Grad Celsius in der winterlichen Wüste.

Road Trip durch die WüsteImmer höher in die BergeAudi Q8 in der Atacama-Wüste

Audi Q8 Drachenorange

Ich würde am Liebsten alle paar hundert Meter stehen bleiben, denn alle paar hundert Meter scheint die vermeintlich triste Landschaft sich zu verändern. Doch mitten im Konvoi ist das unmöglich und wir haben noch ein strammes Tagesprogramm vor uns. Die Luxus-SUVs bringen uns komfortabel über die unbefestigten Sand- und Schotter-Straßen, das hat etwas Surreales.

Die Einschläge kommen näher

Und dann passiert es, ein Schlag durch vom vorausfahrenden Fahrzeug aufgewirbelte Steinchen, und noch einer, und unsere Windschutzscheibe weist zwei große Kitschen auf!

Steinschlag in der Windschutzscheibe

Im Laufe unserer Trips wird sich die rechte noch zu einem stattlichen Riss entwickeln, doch Mauricio Monteiro Dos Santos, der uns im Q8 begleitet, winkt gelassen ab: “Da kannst Du jetzt noch mit einem Hammer drauf hauen, die Scheibe wird halten.”

Audi Q8 PräsentationMauricio ist leitender Interieur Designer und mitverantwortlich für die Innenraumentwicklung des neuen Q8. Am Abend zuvor hat er uns mit großen Gesten und Hololenses in Linienführung, Formgebung und Materialauswahl für den Audi Q8 eingeführt. Ein Luxus, den ich bei jedem Fahrevent sehr genieße: Direkt mit den Machern, den beteiligten Ingenieuren, Designern und Experten sprechen zu können, die ihre Expertise in die Entwicklung eines Fahrzeugs haben einfließen lassen.

Und jedes mal staune ich über das Zusammenspiel aller Gewerke, die von Anfang an miteinander arbeiten und arrangieren und komponieren und wie ein Orchester zusammen wirken, bis aus rohen Materialien ein Fahrzeug wie aus einem Guss entsteht.

Die Luft wird dünner

Audi Q8 Konvoi in der Atacama-Wüste

Audi Q8 Konvoi in der Atacama-Wüste

Unser Konvoi bahnt sich seinen Weg immer weiter nach oben. Die Luft wird merklich dünner. Ich werde kurzatmiger und bekomme Kopfschmerzen. Ich trinke aus meiner Wasserflasche und ignoriere die Symptome. Nichts in der Welt kann mich davon abhalten, diesen Trip weiter zu fahren.

Schnee in der Atacama-Wüste

Am Vulkan vorbei und dann links

Je höher wir steigen, desto kälter wird es auch. Auf den Vulkanen liegt Schnee. Und dann ist es so weit. Auf 4.350 Meter Höhe steckt das Leitfahrzeug auf einem zugewehten Pass im Schnee fest.

Und während die meisten aufgeregt zur Hilfe eilen, lasse ich nach dem Arzt funken, der uns begleitet. Ich habe Herzrasen und ich schnappe nach Luft, die Kopfschmerzen drücken gnadenlos und mir ist schwindelig. Die Höhenkrankheit hat mich voll erwischt.

Atemberaubende Aussichten

Der Doc ist noch beim zweiten Konvoi, der hinter uns liegt. Ich steige um in ein Begleitfahrzeug, um auf ihn zu warten, während die anderen versuchen, das festgefahrene Pace Car frei zu bekommen. Das sollte für ein Wüstenschiff mit 340 Pferdestärken und Quattro eigentlich kein Problem sein. Wären da nicht die Sommerreifen, die in den letzten drei Wochen mit den anderen Journalisten und Bloggern schon gut an Profil verloren haben und im Schnee nun soviel Grip haben, wie Slicks. Tja, nichts ist so gut wie die Vorbereitung auf alle Eventualitäten 😉

Ich bin froh meine Kamera mit ins Begleitfahrzeug genommen zu haben, denn so kann ich mich auf die Dokumentation der Rettungsaktion konzentrieren, während ich schnell atmend auf den Doc warte.

Audi Q8 mit Sommerreifen im Schnee

Und ab durch den Schnee mit dem Audi Q8

Doch als dann ein Q8 nach dem anderen hinter dem Pass verschwindet, werde ich nervös. Ich will hier nicht abgehängt rumsitzen. Aber nun kommt auch endlich der chilenische Arzt, der fließend Schnappatmung in 4.350 Metern Höhedeutsch spricht und außerdem unheimlich gut aussieht 😉

Er versorgt mich mit einem beruhigenden Lächeln, Mitteln und Sauerstoff, und es ist erstaunlich, wie schnell es mir wieder besser geht.

Ich will weiter, muss aber erst in ein anderes Begleitfahrzeug umsteigen, da der alte Bus, in dem ich gerade sitze, es vermutlich nicht über den inzwischen spiegelglatten Pass schaffen wird.

Der Amarok pflügt souverän darüber hinweg, und der nette Doc begleitet mich. Mir geht es gut.

Exklusive Fotostops

Auf der anderen Seite steige ich in einen drachenorangen Audi Q8 um. Meine Gruppe ist weiter nach oben zum höchsten Punkt des Tages aufgestiegen, der Arzt rät mir davon ab und ich verzichte auch gern darauf. Der Fahrer wird mich direkt zu dem Food Truck bringen, der irgendwo mitten in den Bergen auf uns warten soll – deutlich unter 4.000 Metern.

Doch nun genieße ich meine exklusive Tour. Und bitte endlich alle paar hundert Meter: “Oh! Können wir hier nochmal anhalten! Bitte!” Der Fahrer lacht, er hat Verständnis. Mein Glück, dass er das schon von seiner fotografierenden Partnerin kennt. Denn so kann ich mich in Ruhe umsehen, ohne dass jemand drängelt.

Wie auf einem anderen Stern

Ich kann diese Landschaft immer noch nicht packen. Ich fühle mich, als sei ich auf einem anderen Planeten unterwegs. Und ich würde mich überhaupt nicht wundern, wenn am Horizont noch zwei Monde auftauchen würden. Es ist einfach surreal schön hier.

Atacama, fremder Planet

Bis zum Horizont

Zurück im Team

Nicole Scott am Audi Q8

Nicole Scott von Mobile Geeks beim Wüstenposing mit dem Dickschiff Audi Q8

Und dann, irgendwo hinter diesem Horizont, haben wir sie wiedergefunden, meine Truppe! Bei einer Pause zwischen Felsen, und ich geselle mich gut gelaunt wieder dazu. Wir sind jetzt wieder auf rund 3.000 Metern, und ich bin fit und völlig euphorisiert. Der Doc guckt noch ein bisschen skeptisch – vermutlich genau deshalb – dann lässt er mich ziehen.

Unser nächster Spot ist die Laguna Inca Coya, ein rundes Loch mit Salzwasser, mitten in der Wüste, in der Nähe des River Salado.

Die Legende erzählt, dass hier einst eine schwangere Inka-Prinzessin abgetaucht sein soll, und auch die besten Taucher  sie nicht finden konnten, weil die Laguna keinen Boden hat und unendlich in die Tiefe führt.

Ich persönlich muss bei dem Anblick an ein überdimensionales Wurmloch denken, aus dem jederzeit ein gigantischer Raketenwurm herausspringen kann. Vielleicht sollte ich zukünftig weniger schlechte Filme bei Tele5 gucken.

Offroad mit dem SUV-Coupé Audi Q8

Nachdem wir uns gestärkt haben, geht es für mich endlich in den Daytona-grauen Q8 und ins Gelände, und mein Mad-Max-Bad-Ass-Feeling ist perfekt. Mein Beifahrer ermutigt mich steile Steigungen zu nehmen und das Auto wieder kopfüber extreme Gefälle hinunter zu lenken und es macht Riesenspaß das große und schwere Auto so behände durch unwegsamstes, sandiges und steiniges Gelände zu steuern. Keine Sekunde bricht er aus, er tut was ich will und was er soll, und am Ende meiner Offroad-Runde steht mir ein breites Grinsen im Gesicht.

Audi Q8 an der Laguna Inka Coya

Bad Ass Audi Q8

Sandra Schink mit dem Audi Q8

Foto: Tobias Sagmeister

Rückweg nach San Pedro – durch das Valle de la Luna

ESA-Roboter Bridget

ESA-Rover Bridget auf Testfahrt in der Atacama-Wüste.
Foto: ESA/Astrium – E Allouis

“Wir sind schon wieder auf dem Rückweg!” sagt jemand, der erstaunlicherweise Empfang hier draußen hat und GoogleMaps gecheckt hat, und ich ziehe eine Gesicht. Ich will noch nicht zurück, ich will noch so viel sehen und erleben. Wer hätte gedacht, dass der trockenste Ort der Erde so faszinierend sein kann. Und ein Tag so kurz. Aber auch der Rückweg steckt noch voller Überraschungen.

Lange geht es geradeaus, dann erreichen wir das Valle de la Luna, das Tal des Mondes. Ein Mönch soll dem Tal seinen Namen gegeben haben, als er es entdeckt hat. Weil er sich so die Oberfläche des Mondes vorgestellt hat. Und tatsächlich, es verwundert nicht, dass NASA und ESA sich die Atacama-Wüste als Testumgebung für Ihre Mars-Rover und -Roboter ausgesucht haben.

Es gibt keine Vegetation und so gut wie keine Tiere, nur Sand, Kalk und Stein. Und trotzdem fasziniert diese Einöde mich auf eigentümliche Weise.

Immer geradeaus durch die Atacama-Wüste

Letzte Station: Das Tal des Mars… oder des Todes

Ob es Valle de Marte oder Valle de la Muerte heißt, darüber sind sich wohl auch die Einwohner nicht ganz einig. Im Gegensatz zum Valle de la Luna ist es hier aber zumindest entlang des Rio San Pedro, den wir mit den SUVs durchqueren, erstaunlich lebendig.

Valle de Marte oder Valle de la Muerte

Ende eines atemberaubenden Tages

Am Ende dieses Tages kommen wir wieder in unserem Hotel an. Wir sind überdreht und müde, und es gibt wohl niemanden, der nach diesem Tag sagt: Die lange Anreise hat sich nicht gelohnt.

Ich weiß, dass ich mit meinen Fotos nicht annähernd wiedergeben kann, wie es dort wirklich aussieht, und schon gar nicht, wie es sich anfühlt. Vielleicht seht Ihr nur Steine und Sand und Moos und denkt: Liebe Güte, was ist denn daran so besonderes?

Ich kann Euch nur sagen: Wenn Ihr jemals die Gelegenheit bekommt, in die Atacama-Wüste zu reisen, dann tut es. Aber plant ein paar Tage mehr ein.

Es wird Nacht in der Atacama-Wüste

Es ist Nacht in der Atacama-Wüste

Was die anderen erzählen

Nicole Scott, Mobile Geeks – “Ganz egal, ob ihr vorhabt, einen Highend-SUV zu kaufen oder nicht; der Q8 wird zweifellos einen Einfluss auf zukünftige Crossovers und SUVs in Audis günstigerem Preissegment haben. Das gewagtere Designkonzept wird sich nach und nach auch in kommenden Modellen wiederfinden lassen und der Hersteller hat bereits versprochen, den dreidimensionalen Kühlergrill und die spektakulären Rückleuchten auch in andere Fahrzeuge zu integrieren.”

Benjamin Brodbeck, automativ.de – “Auch wenn der Q7 praktischer ist, finde ich den Audi Q8 deutlich attraktiver. Nicht nur sind seine Dimensionen stimmiger (kürzer, breiter, flacher als der Q7), auch sein Fahrzeugkonzept erscheint mir einfach moderner und seine Optik deutlich frischer.”

Jan Weizenecker, Der Autotester, für das Audi Blog – “Dieses Jahr werde ich 30 Jahre alt, inzwischen Frage ich die Sterne nur noch selten um Rat. Denn offene Wünsche erfülle ich mir einfach. Einer davon war immer ein echter Sportwagen. Doch der Q8 mit seiner eigenständigen Optik, seiner technischen Moderne, seiner Sportlichkeit und der gleichzeitigen Fähigkeit des entspannten Reisens mit der Abstinenz von Stress lässt mich Umdenken. Vielleicht bedeutet der Wunsch nach einem SUV „erwachsen“ werden?”

Adam Kroker, Mr. Goodlife – “Man mag Audi vieles vorwerfen können, allerdings nicht, dass man in Ingolstadt halbe Sachen macht. Der Q8 ist daher nicht weniger als eine Kampfansage an die aktuellen Wettbewerber aus München und Stuttgart. So schnittig kann bullig sein! ”

Fabrizio Oriani, Gentlemens wear daily – Lässt Fotos sprechen.